Frankfurt, den 7.5.2024. Das Jahr 2023 markiert einen wichtigen Wendepunkt in der Investmentwelt: Zum ersten Mal in der Geschichte überstiegen die Mittelzuflüsse in passive Anlagestrategien jene in aktive Mandate. Diese Entwicklung löste eine intensive Debatte über die Vor- und Nachteile beider Ansätze aus. Während passive Anlagen für Privatanleger aufgrund niedriger Kosten attraktiv sein können, sollten sich insbesondere institutionelle Anleger die Frage stellen, ob sich „aktives Fischen in ausgewählten Teich lohnen kann“.
Unsere Analysen zeigen deutlich, dass in einigen Märkten die Erfolgsquote aktiver Manager gering ist. So haben beispielsweise in den Anlageklassen „US-Aktien“ und „Euro-Staatsanleihen“ weniger als 50% der Manager über einen Zeitraum von zehn Jahren ein positives Alpha erwirtschaftet. In diesen Gewässern gibt es also nicht viele Fische, nach denen sich aktives Angeln lohnt.
© Grafik: FAROS | Daten: eVestment
© Grafik: FAROS | Daten: eVestment
Es gibt aber auch Märkte, in denen aktive Manager eine höhere Erfolgsquote erzielen. In exotischen und breiten Anlageuniversen, in denen Manager eine hohe Flexibilität haben, liegt die Outperformance-Quote vor Kosten bei über 80%. Auch in illiquiden Märkten wie Private Equity, Infrastruktur und Private Debt weisen gute Manager eine hohe Performance-Persistenz auf. Hier lohnt sich die gezielte Suche nach den „dicken Fischen“.
Durch eine sorgfältige Managerauswahl, die neben der reinen Wertentwicklung auch die handelnden Personen, Portfoliostrukturen und Entscheidungsprozesse berücksichtigt, können zukünftige Problemfälle reduziert und die Trefferquoten weiter verbessert werden.
Die Entscheidung zwischen aktiven und passiven Anlagestrategien erfordert letztlich eine sorgfältige Analyse der Zielmärkte. Passive Schwarmintelligenz ist nicht in allen Anlageklassen sinnvoll, daher empfehlen wir institutionellen Anlegern eine differenzierte Herangehensweise. Die Frage sollte nicht lauten, ob aktives oder passives Investieren besser ist, sondern in welchen Märkten und unter welchen Bedingungen sich aktives Management lohnt.