Frankfurt, den 15.11.2023. Staatsanleihen gelten als sichere Anlageform, die in turbulenten Zeiten Schutz und Diversifikation bietet. Doch in den letzten Monaten haben wir gesehen, wie selbst deutsche Staatsanleihen unter der Zinswende 2022-2023 gelitten haben. Die Kurse sind im Durchschnitt um etwa 17% vom letzten Höchststand gefallen.
Ist das ein historisch einmaliges Phänomen? Haben Staatsanleihen ihren Glanz verloren? Nicht unbedingt. Denn die Kursentwicklung von Anleihen hängt stark vom Zinsniveau ab. In den 70er und 80er Jahren, als die Zinsen deutlich höher waren, waren die Kursrückgänge viel geringer, weil die Anleihen höhere Kupons zahlten. Wenn wir aber eine hypothetische Simulation machen, wie die Kurse ausgesehen hätten, wenn damals eine Nullzinspolitik geherrscht hätte, dann sehen wir, dass die Kursverluste ähnlich oder sogar höher gewesen wären als heute. 1974 hätten deutsche Anleihen einen Kursrückgang von ca. 17% und 1981 sogar von bis zu 22% verzeichnet (siehe Grafik).
Grafik: Faros | Daten: Bloomberg, Refinitiv
FAZIT: Auch in der Vergangenheit hätten deutsche Staatsanleihen starke Kursverluste erlitten, wenn die Zinsen niedrig gewesen wären. Mit dem aktuellen Zinsanstieg haben Staatsanleihen wieder an Attraktivität als Schutz- und Diversifikationsinstrument gewonnen.