"Too big to succeed" - Kleine Private-Equity-Fonds schlagen Großfonds

Research

Frankfurt, den 22.08.2024. Bei illiquiden Private-Equity-Fonds erzielen kleinere Fonds in der Regel bessere Renditen, während bei liquiden Fonds Large Caps ein attraktiveres Risiko-Rendite-Profil aufweisen. Auf den ersten Blick scheint dies ein Widerspruch zu sein, doch eine genauere Analyse zeigt, dass dies nicht der Fall ist. In diesem Artikel gehen wir auf die Gründe ein.

Unsere Analysen im Rahmen der Managerselektion zeigen immer wieder, dass der Erfolg von Private-Market-Fonds nicht nur von der Selektionsfähigkeit des Managers abhängt. Wichtige Faktoren sind auch das Zielsegment des Fonds und seine Gesamtgröße. Ab einer bestimmten Fondsgröße sinken die Renditen tendenziell.

Entscheidende Einflussfaktoren dabei sind:

1. Die Zielgröße der Unternehmen (Market-Cap-Fokus),

2. Der Fondsansatz (diversifiziert vs. konzentrierte Wetten),

3. Die Größe des Anlageuniversums.

Insbesondere der Market-Cap-Fokus beeinflusst das Rendite-Risiko-Profil im Bereich Private Markets. Dies lässt sich am Beispiel der Buyout-Zielsegmente in der Anlageklasse Private Equity verdeutlichen. Kleinere Unternehmen erzielen höhere Renditen bei geringerer Volatilität. Mit steigender Marktkapitalisierung sinken die Renditen bei gleichzeitig steigender Volatilität. Bei illiquiden Mega-Caps steigt die Volatilität überproportional an.

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© Grafik: FAROS | Daten: Bloomberg, Preqin, eigener Research, st. 2008

Dies steht im Gegensatz zu den Erfahrungen mit liquiden Märkten. Hier bieten Large Caps das attraktivste Rendite-Risiko-Profil in den letzten Jahren. Mit zunehmender Marktkapitalisierung steigen die Renditen, während die Volatilität sinkt.

Die Gründe für das unterschiedliche Verhalten von Small Caps im jeweiligen Marktsegment sind vielfältig:

  • Kleine Private Equity Unternehmen sind deutlich heterogener als Large- und Mega-Caps

  • Mehr Transaktionen bei kleinen Unternehmen

  • Small Cap Fonds haben mehr Investitionsmöglichkeiten

  • Größere Skalierungs- und Effizienzvorteile („operational engineering“) sowie weitreichende Mitspracherechte bei kleinen Private Equity-Gesellschaften

Im Durchschnitt ist zu beobachten, dass ab einer gewissen Transaktionsgröße die negativen Einflüsse auf PE-Fonds überwiegen und sie somit „too big to succeed“ werden. Aus diesem Grund empfehlen wir mehrere Small- und Mid-Cap-Strategien einer großen Investition in einen Mega-Cap-Fonds vorzuziehen.